24.07.12

Bandenkriminalität

Polizei nimmt bei Großrazzia fünf Rocker der Bandidos fest

Die Berliner Polizei hat mehrere Objekte der Bandidos durchsucht. Fünf Rocker wurden festgenommen, Waffen beschlagnahmt.

Foto: Steffen Pletl

Razzia der Berliner Polizei gegen Rocker: 200 Beamte durchsuchten 16 Wohnungen von aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Bandidos MC in Pankow, Reinickendorf, Mitte, Neukölln und Spandau. Auch das Klubheim an der Dietzgenstraße in Pankow sowie eine Zelle in der Justizvollzugsanstalt Hakenfelde Bandidos in Berlin waren Ziele der Aktion.

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Die Berliner Polizei hält den Überwachungsdruck auf die Rockerszene weiter hoch. Am Dienstagmorgen waren bei einer Razzia gegen die Bandidos 200 Beamte im Einsatz. Die Aktion richtete sich gegen Verstöße gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffengesetz. Tippgeber waren offenbar Aussteiger der Rockergruppierungen.

Schwerpunkt der Durchsuchung war das Klubhaus in der Dietzgenstraße in Pankow. Zudem wurden nach Informationen von Morgenpost Online 16 weitere Objekte in Pankow, Reinickendorf, Mitte, Neukölln und Spandaudurchsucht, darunter Wohnungen von aktiven und ehemaligen Rockern, etwa an der Provinzstraße.

Im Zuge der Razzia gab es auch einen Einsatz in der Justizvollzugsanstalt Hakenfelde - ohne Erfolg. Dort sitzen Häftlinge im offenen Vollzug. In einer Kleingartenanlage suchten die Ermittler ebenfalls erfolglos mit Sonden nach möglichen Waffenverstecken.

Die Beamten stellten bei der Großrazzia drei Pistolen und Revolver sowie eine Kalaschnikow-Maschinenpistole sicher. Die Polizei beschlagnahmte auch eine fünfstellige Summe Bargeld, drei offenbar gestohlenen Motorräder, Baseballschläger, Messer und Drogen. Wie Kriminaltechniker später feststellten, handelt es sich bei der Maschinenpistole um eine täuschen echt wirkende Attrappe.

Insgesamt fünf Angehörige der Bandidos Alter zwischen 24 und 46 Jahren wurden festgenommen. Sie sollen bewaffnet gewesen sein.

Verletzt wurde bei den Einsätzen niemand. Die Ermittlungen beim Landeskriminalamt dauern an.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos hatten die Durchsuchungsmaßnahmen unterstützt und hatten das Klubhaus um gegen 6 Uhr gestürmt. In den Räumen entdeckten die Beamten zahlreiche Waffen, darunter eine Maschinenpistole, mehrere Macheten sowie verschiedene verbotene Messer. Automatische Waffen wie Maschinenpistolen fielen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Polizeisprecher.

In Berlin und Brandenburg waren zuletzt im Juni rund 80 Objekte der Bandidos von etwa 1000 Beamten durchsucht worden.

Das Milieu der verfeindeten Clubs Bandidos und Hells Angels in Berlin und Brandenburg ist seit mehreren Wochen in Aufruhr. So hatte es zahlreiche Übertritte zwischen den verfeindeten Gruppen der Bandidos und der Hells Angels gegeben - auch um die Polizei in die Irre zu führen.

Immer wieder war es zu Einsätzen und Razzien der Polizei gegen örtliche Gruppen der beiden Clubs gekommen. Mehrere Ortsgruppen wurden verboten, Vereinsheime durchsucht und Rocker festgenommen. Im Juni waren in Berlin und Brandenburg rund 80 Objekte der Bandidos von etwa 1000 Beamten durchsucht worden.

Bei einer Schießerei Anfang Juni war der Ex-Präsident der Berliner Hells-Angels-Ortsgruppe "Nomads" auf der Straße mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe niedergeschossen worden. Als Reaktion auf die Schießerei und die anhaltenden Auseinandersetzungen hatte die Staatsanwaltschaft die "Taskforce Rocker" ins Leben gerufen. In der Ermittlergruppe sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft verschiedene Bereiche gebündelt, die Fälle von organisierter Kriminalität bearbeiten.

Henkel: "Null-Toleranz-Strategie" gegen Rocker

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) betonte erneut das konsequente Vorgehen der Berliner Polizei und Justiz gegen Rockerbanden. "Der Rechtsstaat muss klar machen, dass er mit aller Härte und allen zulässigen Mitteln den Kampf gegen diese Gruppen führt. Die Verbotsverfügung gegen die Hells Angels war nur ein erster wichtiger Schritt", sagte Henkel am Dienstag

"Wir werden die Rocker in einen Zustand der ständigen Ruhelosigkeit versetzen", sagte der CDU-Chef. "Sie sollen wissen, dass der Rechtsstaat wehrhaft ist und die Polizei bei jedem noch so kleinen Verstoß einschreitet. Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Strategie."

Mit dapd/dpa

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