Prozess
Weddinger Todesschütze hörte vor der Tat Stimmen
Der Mann, der in Berlin auf die Familie seiner Ex-Frau geschossen hat, will vor der Tat unter Halluzinationen gelitten haben.
Vor den Todesschüssen auf seine frühere Schwiegermutter und Schwägerin in Berlin hat der mutmaßliche Doppelmörder Mehmet Y. im Kriminalgericht Moabitnach eigenen Schilderungen eine Art Halluzination erlebt. Der 25-Jährige will eine Stimme gehört haben.
Glaubt man den Aussagen ist die Unterbringung in der Psychiatrie aus Sicht des Gerichtsmediziners Karl Kreutzberg zu befürworten. Der Sachverständige wurde am Montag auf Antrag der Verteidigung vom Berliner Landgericht angehört. Kreutzberg konnte allerdings nicht völlig ausschließen, dass Mehmet Y. ihn hinters Licht geführt hat.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Racheakt des 25-Jährigen nach der Scheidung seiner Frau aus. Anklägerin Heike Hagedorn hatte eine lebenslange Strafe beantragt, nachdem Gutachter Norbert Konrad dem Angeklagten volle Schuldfähigkeit bescheinigt hatte.
Der aus der Türkei stammende Aushilfskellner hatte am 4. August 2011 im Stadtteil Wedding auf das Auto gefeuert, in dem seine Ex-Frau und ihre Familie saßen. Die 25-Jährige blieb unverletzt, ihre 45-jährige Mutter und eine Schwester starben. Ein Bruder wurde schwer verletzt.
Gerichtsmediziner Kreutzberg erhielt Informationen, die Mehmet Y. einem anderen Gutachter verschwiegen hatte. Der 25-Jährige habe ihm gegenüber von einer Stimme gesprochen, die sagte, "halte den Wagen auf, sonst ist die Frau weg, du wirst sie nie mehr sehen", berichtete Kreutzberg. Treffen die Angaben zu, sei von einer psychotischen Ausnahmesituation auszugehen. Schon seit längerem habe Mehmet Y. unter Ängsten und Zwängen gelitten, so Kreutzberg. Er habe sich von außen gesteuert gefühlt.
















