Kostenanstieg
Verlängerung der Berliner A100 wird zehn Prozent teurer
461,5 Millionen Euro soll der Ausbau der Autobahn von Neukölln nach Treptow nun kosten. Der Bundesrechnungshof rechnet sogar mit noch mehr.
Die Verlängerung der umstrittenen Berliner Autobahn A100 von Neukölln nach Treptow wird teurer als geplant. Das geht aus der Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. "Unter Berücksichtigung der allgemeinen Baupreissteigerung hat die Auftragsverwaltung im Rahmen der Anmeldungen für den Bundeshaushalt 2012 die Gesamtkosten für den 16. Bauabschnitt der A100 fortgeschrieben und um einen durchschnittlichen Preisindex von 10 Prozent auf 461,5 Millionen Euro erhöht", heißt es in dem Schreiben des Verkehrsstaatssekretärs, Christian Gaebler. Der Bundesrechnungshof geht inzwischen sogar von Gesamtkosten in Höhe von 475 Millionen Euro aus. Die Kostensteigerungen sollen nach Angaben der Verwaltung keine Auswirkung auf den Zeitplan des Baus haben.
Zusammen mit der CDU will die SPD die Autobahn bis 2016 um einen 3,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Neukölln und Treptow verlängern. Derzeit ist jedoch ein Baustopp verhängt. Das Bundesverwaltungsgericht untersagte die Fortsetzung der Bauarbeiten, bis es in der Hauptsache über eine Klage gegen den Ausbau entschieden hat. Die Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.
Sollte das Gericht den Weg freimachen, steht noch die Bereitstellung des Geldes durch den Bund aus. In dessen Verkehrswegeplan rutschte das Vorhaben auf der Prioritätenliste nach vorn. Aber von den bundesweit rund 20 Projekten, die vorrangig realisiert werden sollen, wurden in den vergangenen Jahren nur zwei bis drei jährlich auch tatsächlich in Angriff genommen.
Koalitionsverhandlungen an A100 gescheitert
An der Frage der Autobahnverlängerung waren die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen zur Bildung eines neuen Senates gescheitert. Die Grünen sind strikt gegen den Ausbau. Aber auch in der SPD ist die Autobahn umstritten. Erst nach einem Machtwort des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) beschloss die Partei schließlich auf einem Parteitag den Ausbau mit knapper Mehrheit.
Der Verkehrswegeplan des Bundes sieht in einem 17. Bauabschnitt den Weiterbau der Autobahn bis zur Frankfurter Allee vor.
















