01.07.12

Unwetter

Berliner Gewitternacht - 8135 Blitze in sechs Stunden

Die zweite Nacht in Folge herrschte bei der Berliner Feuerwehr Ausnahmezustand. Diesmal traf es vor allem den Süden der Hauptstadt.

Foto: DDP
Im Durchschnitt hat es jede dritte Sekunde geblitzt - sechs Stunden lang
Im Durchschnitt hat es jede dritte Sekunde geblitzt - sechs Stunden lang

Ein heftiges Gewitter im Süden und Osten Berlins hat die Einsatzkräfte in der Nacht zu Sonntag in Ausnahmezustand versetzt. Wie die Feuerwehr mitteilte, rückten die Rettungskräfte in der Nacht und am Morgen mehr als 270 Mal aus.

"Allein in der Stunde zwischen 3 und 4 Uhr morgens mussten wir zu rund 200 Einsätzen ausrücken, das ist wirklich rekordverdächtig", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Sonntagmorgen.

Vor allem Starkregen und vollgelaufene Keller machten der Feuerwehr zu schaffen, sagte ein Sprecher. Allein in Marzahn fielen stellenweise 23 Liter Regen pro Quadratmeter in einer Stunde.

Besonders ungewöhnlich war die schnelle Abfolge der Blitze über der Hauptstadt. Allein in der Zeit von 22 Uhr bis 4 Uhr zählte der Deutsche Wetterdienst (DWD) 8135 Blitze in Berlin und dem nahen Umland. Das waren durchschnittlich 22 Blitze pro Minute. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Zwei Brände nach Blitzeinschlägen

Neben etlichen Fehlwarnungen von Brandschutzanlagen gab es zwei Brände nach Blitzeinschlägen. Der Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Tempelhof brannte aus. Die Sturmschäden hielten sich im Gegensatz zur Nacht zu Sonnabend aber in Grenzen. Die Feuerwehr verzeichnete lediglich fünf Einsätze mit umgestürzten Bäumen.

Gerd Saalfrank, DWD-Meteorologe in Potsdam, bezeichnete das Gewitter als "sehr heftig". Das Unwetter mit starkem Niederschlag sei dabei auch auf die Überhitzung in Berlin zurückzuführen - das Thermometer zeigte am Sonnabend knapp 30 Grad.

Bei der Berliner Feuerwehr herrschte die zweite Nacht hintereinander der Ausnahmezustand. In der Nacht zu Samstag hatte ein Gewittersturm über dem Norden Berlins ganze Straßenzüge verwüstet. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Besonders der Reinickendorfer Stadtteil Tegel wurde regelrecht verwüstet. In einer Schneise von gut 250 Meter Breite wurden mehr als 100 Bäume umgeknickt und teilweise entwurzelt. Umstürzende Bäume begruben in den Wohngebieten mindestens 20 Autos. Mehrere Häuser wurden schwer beschädigt. Bei dem Sturm im Norden wurde zum Glück niemand verletzt. Ob es in der Nacht zum Sonntag Verletzte gab, war zunächst unklar.

Quelle: BMO/dpa/ap
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