26.06.12

Urlaub

Urlaub als Stresstest

Zehn Gründe, warum man gemeinsam verreisen sollte.

Foto: Robert Harding World Imagery
Urlaub
Nah und fern: Im Urlaub kann man sich wunderbar streiten – und wieder versöhnen

Urlaubsparadies und Beziehungshölle liegen nah beieinander. Über Ferien lässt sich schließlich schon vor dem Urlaub streiten. Sei es, weil der eine sich vor der Organisation drückt oder der andere schon wieder dahin will, wo man bereits in den vergangenen fünf Jahren war. Pärchenurlaub ist ein Härtetest, wie Studien zeigen, die gern zur Feriensaison veröffentlicht werden.

So hat die Single-Vermittlung Elitepartner kürzlich 3000 alleinstehende Menschen zum Thema befragt. Ein Viertel gab an, sich schon mal nach dem Urlaub getrennt zu haben. Sollte man sich davon abschrecken lassen? Zu viele Gründe sprechen dafür, mal wieder zusammen zu verreisen.

Gepflegte Langeweile zu zweit

Früher fuhr man weg, um dem langweiligen Alltag zu entkommen. Heute leben die Menschen im Dauerstress und in Fernbeziehungen – und die Sache mit den Ferien funktioniert andersherum. Das Paar kann endlich einen Alltag simulieren, den es längst nicht mehr gibt: ohne Handy und Laptop, dafür mit gemeinsamen Mahlzeiten, die lange genug dauern, um sich gegenseitig ausreden zu lassen. Anschließend kommt es vielleicht sogar zum Äußersten: gepflegter Langeweile zu zweit. Kann es heutzutage Aufregenderes in Beziehungen geben?

Lästern wie ein Traumpaar

Ein gemeinsamer Hotelurlaub ist schon deshalb ein Segen für die Beziehung, weil morgens beim Frühstück die anderen Pärchen eine Steilvorlage bieten, um sich selbst als Traumpaar zu fühlen. "Die zwei am Nebentisch haben schon wieder kein Wort gesagt!", kann man sich zuflüstern. Wie schön, dass einem selbst der Lästerstoff nicht ausgeht.

Endlich wieder Sex

Wenn im heimischen Schlafzimmer nichts mehr läuft, wird es höchste Zeit, mal wieder zusammen wegzufahren. Denn sobald auf beiden Seiten die Entspannung steigt, erwacht die Lust auf Körperlichkeit. Aber Urlaub kann sogar noch mehr: Der Sex gestaltet sich in den Ferien vielfach aufregender als zu Hause. Dafür sorgen im Zweifel schon das knarzende Hotelbett und die durchgenudelte Matratze.

Nie wieder Sonnenbrand

Das Thema Hautkrebs geht heute jeden etwas an. Wer sich im Urlaub wirksam vor Sonnenbrand (= Hautkrebs auf Raten) schützen will, sollte mit seinem Partner verreisen. Denn dieser cremt einem nicht nur den Rücken ein, er massiert dabei Stellen, die man selbst nicht unbedingt mit Lichtschutzfaktor 50 behandelt hätte. Freunde oder Liegestuhlnachbarn gehen – wenn überhaupt – nur halbherzig vor.

Souvenirs

Nichts gegen Nippes. Schöner sind aber die Erinnerungen an gemeinsame Urlaubserlebnisse. Wie teuer diese uns sind, zeigt ein Experiment des Psychologen Daniel Kahnemann. Er fordert Menschen auf, sich vorzustellen, sie träten eine Reise an, die sie danach sofort vergessen. Manche blieben in dem Fall lieber zu Hause. Kahnemann findet das irrational. Wir nennen es: Urlaub.

Schöntrinken ohne Reue

Der Partner wird mit den Jahren auch nicht hübscher? Dann bietet der Urlaub die ideale Gelegenheit, um sich gemeinsam einen kleinen Rausch anzuschlürfen, man kann schließlich ausschlafen. Studien zeigen, dass das Schöntrinken tatsächlich funktioniert. Und nicht nur der Partner wirkt bereits nach einem Viertelliter Wein attraktiver. Auch man selbst, das zeigt eine andere Studie, erlebt sich umso verführerischer, je mehr Alkohol man konsumiert. Gute Gründe, direkt nach dem Strand zum Sundowner überzugehen.

Im Schicksal vereint

Ein gemeinsamer Abenteuerurlaub lohnt sich. Forscher werden einfach nicht müde zu predigen, wie hilfreich Adrenalin für die Beziehung ist. Das simple Kalkül: Wer gemeinsam Aufregendes erlebt, findet sich auch gegenseitig wieder aufregender. Jedenfalls im Nachhinein, wenn alles überstanden ist.

Küssen an ganz neuen Stellen

Eine Fluggesellschaft warb mal mit dem Spruch: "Küssen Sie sich an Stellen, an denen Sie sich noch nie geküsst haben." Und meinte damit nicht die Ellenbogen oder die Hinterkopfglatze. Sondern von Wolken umwehte Gipfel in Nepal, die palmengesäumte Oase, den Wasserfall im Regenwald. Allein der Gedanke daran, dass dieser Moment so schnell nicht wiederkehren wird, macht den Kuss schön. Wenn nicht: Augen offen lassen und die Aussicht genießen.

Endlich mal nicht selbst schuld sein

Wer wollte hier eigentlich unbedingt in die Bretagne?! (Je nach Ärgernis "in die Bretagne" wahlweise ersetzen durch: "in dieses Restaurant", "Mountainbiken in Südtirol", "Cluburlaub machen" etc.)

Endlich Schluss machen können

Wer schon lange grübelt, wie er oder sie den Partner loswerden kann, buche einen mindestens einwöchigen gemeinsamen Urlaub. Nichts ist wirksamer für die Entscheidung zur endgültigen Trennung als gemeinsam auf engstem Raum verbrachte Zeit. Denn im Urlaub – einer Art Elektronenmikroskop für die Partnerschaft – zeigt sich besonders deutlich, welche Eigenschaften man an dem ehemals geliebten Menschen verabscheut: Geiz, Faulheit, schlechten Modegeschmack. Je länger diese Qual andauert, desto leichter wird es, sie zu beenden. Die Trennung erscheint als logische Konsequenz. Das muss selbst dem unwilligsten Partner einleuchten.

Quelle: anwa, ball, lha, stro
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Ohne Verpackung Wie Berliner den Supermarkt revolutionieren wollen
Sao Paulo In Brasilien laufen Horrorfilme jetzt auf Friedhöf…
Alle aufstehen! Kanye West unterbricht Konzert wegen Rolli-Fahrern
Wissenschaft Wie man mit den Gedanken ein Flugzeug steuert
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

British Royal

Happy Birthday, Harry! Ein Prinz wird 30

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote