21.06.12

Humboldt-Forum

Arbeiten an Baugrube für Berliner Schloss starten

Auf dem Schloßplatz in Mitte rückt schweres Gerät an. Dort wird die Baugrube für das sogenannte Humboldt-Forum ausgehoben.

Foto: DPA
Start der Gründungsarbeiten für Berliner Schloss
Die Baustelle für das Berliner Schloss vor dem Humboldt-Forum und dem Berliner Dom

Nach jahrelangen Vorbereitungen haben die Bauarbeiten für die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses in Mitte begonnen. Im Beisein von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Architekt Franco Stella und Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) wurde am Donnerstag der Startschuss für das Ausheben der Baugrube gegeben. Die offizielle Grundsteinlegung für den Wiederaufbau des Stadtschlosses als sogenanntes Humboldt-Forum ist erst im Frühjahr 2013 geplant.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte, der Wiederaufbau des Stadtschlosses sei das "größte Kulturbauvorhaben in Deutschland". Es werde mit seiner Architektur an Geschichte und Bautradition anknüpfen, sich im Innern jedoch zugleich mit einem hochmodernen und zeitgenössisch ausgerichteten Museums- und Kulturbetrieb präsentieren. "In der Mitte der Bundeshauptstadt wird das Berliner Stadtschloss eine überragende Bedeutung als Stätte des kulturellen Austauschs und des internationalen Dialogs erhalten", erklärte Neumann.

"Kulturelle Visitenkarte für ganz Deutschland"

Auch Wowereit zeigte sich erfreut, dass das Großprojekt im Herzen Berlins nun endlich verwirklicht werde. Berlin gewinne damit "einen neuen kulturellen Schwerpunkt, der für die globalisierte Gegenwart und Zukunft entscheidende Akzente setzt", erklärte Wowereit anlässlich des Baubeginns. Er zeigte sich zudem überzeugt, dass mit den weiteren Baufortschritten auch die Spendeneinnahmen "Zug um Zug" wachsen werden. Ramsauer bezeichnete das künftige Berliner Schloss als "eine kulturelle Visitenkarte für ganz Deutschland".

Die damalige schwarz-rote Bundesregierung hatte im April 2009 nach jahrelangen Diskussionen den Weg für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses frei gemacht, das nach einer schweren Kriegsbeschädigung 1950 gesprengt worden war. Die Pläne des Architekten Franco Stella sehen einen monumentalen Bau vor, der sich an drei Seiten eng an das historische Vorbild hält. Die Rekonstruktion der barocken Schlossfassaden soll mit größter Originaltreue erfolgen. Die vierte Seite wird mit modernen Elementen und eher strengen Formen gestaltet.

Die Bundesregierung hatte den Baubeginn zunächst aus Spargründen verschoben. Nach Abschluss der archäologischen Grabungen auf dem Schloßplatz rückte nun schweres Gerät auf der Baustelle an. Für den Wiederaufbau der früheren Residenz der Preußenkönige hatte der Bundestag 590 Millionen Euro bewilligt. Ein Teil der Kosten soll durch private Spenden finanziert werden. Der Bau soll nach den bisherigen Plänen Anfang 2018 fertig sein.

Quelle: AFP/sei
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