In Berlin gefasst
Mutmaßlicher Mörder und Kannibale an Kanada ausgeliefert
Deutschland hat den mutmaßlichen Mörder Luka Rocco Magnotta an Kanada ausgeliefert. Der 29-Jährige war in Berlin gefasst worden.
Der mutmaßliche kanadische Mörder Luka Rocco Magnotta ist nach Kanada ausgeliefert worden. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen flog der 29-Jährige am Montagnachmittag in einer kanadischen Militärmaschine vom Flughafen Tegel zurück in sein Heimatland. Die Bundesregierung hatte seine Auslieferung bewilligt.
Magnotta steht unter dem dringenden Tatverdacht, in der Nacht zum 25. Mai 2012 in Montreal einen chinesischen Studenten mit einem Eispickel getötet und anschließend zerstückelt zu haben. Er soll die Tat gefilmt und die Aufnahmen später im Internet veröffentlicht haben. Auf dem elf Minuten langen Video ist nach Angaben der kanadischen Polizei auch zu sehen, wie Magnotta einzelne Körperteile seines Opfers aufisst.
Der mutmaßliche Mörder war nach der Tat nach Europa geflüchtet und Anfang Juni in einem Internetcafé an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Neukölln festgenommen worden. Ein 42 Jahre alter Mitarbeiter des Lokals hatte Magnotta wiedererkannt, als er auf Französisch nach einem Internetzugang fragte. Angeblich soll Magnotta dann Texte über sich selbst gelesen haben. Als ein Polizeiwagen an dem Café vorbeifuhr, rannte der Mitarbeiter auf die Straße und hielt die Beamten an. Daraufhin sprachen die Polizisten Magnotta an. Zunächst soll er versucht haben, sich rauszureden. Dann aber soll er gesagt haben: "You got me." ("Ihr habt mich.")
"Canadian Psycho" genannt
Der Fall hatte international Aufsehen erregt. Die Presse taufte Magnotta "Canadian Psycho" und "Zerstückler". Schon kurz nach der Tat stellte sich heraus, dass er auch Leichenteile verschickt haben soll: Wenige Tage nach der Tat ging bei der konservativen Regierungspartei in Ottawa ein Paket mit einem abgetrennten Fuß ein. Ein weiteres Paket war an die liberale Partei adressiert worden und enthielt eine Hand. Mitarbeiter eines Postamts konnten das Paket jedoch rechtzeitig abfangen. Auch zwei Schulen in Vancouver erhielten Pakete mit Leichenteilen. Nach Behördenangaben gehören sämtliche Leichenteile zur Leiche des 32 Jahre alten Chinesen. Magnotta soll bisexuell sein und mit seinem Opfer ein Verhältnis gehabt haben.
In Kanada hatte er seinen Lebensunterhalt offenbar zeitweise als Pornodarsteller verdient. Früher soll er auch als Prostituierter gearbeitet haben. Sein Äußeres ist besonders auffällig: Magnotta soll sich mehreren Schönheitsoperationen unterzogen und oft Lippenstift, Make-up und Perücken getragen haben.
Nach der Tat war er zunächst nach Paris geflogen. Auch dort wurde er von Zeugen gesehen. Als die Polizei in seinem Hotel im Pariser Vorort Bagnolet auftauchte, gelang ihm jedoch die Flucht. Nach Berlin reiste er vermutlich mit dem Bus weiter. Zu diesem Zeitpunkt hatte Interpol bereits eine weltweite Fahndung nach Magnotta herausgegeben. Seit seiner Festnahme hatte Magnotta in Berlin in Haft gesessen. Das Kammergericht hatte einen Auslieferungshaftbefehl erlassen.
















