Fabricio do Canto

Berliner Pirat verkauft erstes Mate-Bier "Mier"

Die Lieblings-Brause der Piraten gibt es jetzt auch mit Alkohol. Nicht ganz. Aber zumindest ein Bier auf der Basis der südamerikanischen Mate-Pflanze. Sie kommt bereits in dem Berliner Szenegetränk "Club-Mate" vor.

Brasilianischer Urwald, Berliner Szene und des Deutschen Lieblingsgetränk – das sind die Zutaten, die Fabricio do Canto zu einer Geschäftsidee zusammengerührt hat. Das Mitglied der Piratenpartei aus Berlin verkauft Mate-Bier – laut Deutschem Brauer-Bund ist es bundesweit neu. Basis des Biers ist die südamerikanische Mate-Pflanze. Sie kommt bereits in dem koffeinhaltigen Szenegetränk "Club-Mate" vor, die in der Piratenpartei und vielen Berliner Kiezen beliebt ist.

Entstanden ist die Idee bei einem Treffen der Piraten, weil wir eben gerne Bier und Mate trinken. Zunächst war es nur ein Scherz", sagte der 44 Jahre alte Halb-Brasilianer. Dann aber beauftragte do Canto den Braumeister Thorsten Schoppe, der zunächst 400 Liter des koffeinhaltigen Bieres braute.

Die Transparenz, die seine Partei in der Politik fordert, möchte der Wahlberliner auch bei der Herstellung seines Getränks garantieren. Im Internet können die Konsumenten bestimmen, wie viel Alkohol und Gramm der südamerikanischen Pflanze die nächsten Produktionen enthalten sollen. "Die Pflanze pflücke ich selbst in einem Urwald zwischen Brasilien und Argentinien", beteuerte der Berliner, der einen Laden in Prenzlauer Berg führt. Für drei Euro verkauft er die 0,33 Liter-Flasche. Die Nachfrage sei groß.

In Konflikt kommt der Verkäufer aber mit dem deutschen Reinheitsgebot. "In Deutschland darf kein Bier in den Verkehr gebracht werden, das nicht dem Reinheitsgebot entspricht", mahnte der Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes. Man könne nur von einem bierähnlichem oder "bierigen Getränk" sprechen, nicht aber von einem Bier. Fabricio do Canto nimmt es gelassen: "Es ist kein Bier, sondern Mier." Eine Mischung aus Bier und Mate eben.

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