28.01.2012, 12:59

Kostenexplosion Berliner SPD will Preisschild für ICC-Sanierung

Da die Sanierung des Internationalen Congress Centrums ICC in Berlin-Charlottenburg weitaus teurer werden könnte als geplant, fordert SPD-Fraktionschef Raed Saleh Klarheit über die Kosten.

Die SPD dringt auf Klarheit bei den Kosten für die Instandsetzung des Internationalen Congress Centrums ICC. "Ich will ein Gutachten mit konkreten Zahlen, was die Sanierung nun kosten wird", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh. Bisher veranschlagt sind 180 Millionen Euro. Allerdings gibt es auch Berechnungen, dass die Arbeiten mehr als 300 Millionen Euro kosten könnten.

"Ich bin ein Freund des ICC", sagte Saleh. Von Abriss rede er nicht. "Aber wir müssen an alle Dinge in Berlin ein Preisschild hängen, was etwas kostet. Denn Berlin hat kein Geld", so der neue SPD-Fraktionschef. Er regte an, verschiedene Varianten zu prüfen. Zu überlegen sei beispielsweise, ob das ICC auch eine Ausstellungshalle mit variablen Innenwänden werden könnte.

Unterstützung bekam Raed Saleh durch Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). "Das ist ein interessanter Vorschlag. Messe und Wirtschaftsverwaltung sind gefordert zu sagen, was sie nun wollen", so Müllers Sprecherin Daniela Augenstein.

Die Messe, zu der das ICC gehört, will eigentlich das Congress Centrum loswerden. Trotz guter Auslastung und Beliebtheit bei Kongressveranstaltern verursacht der Bau vor allem wegen seiner schlechten Technik Kosten pro Jahr ein Minus von mehreren Millionen Euro.

Heiko Melzer, Wirtschaftsexperte der CDU-Fraktion, verwies auf den Koalitionsvertrag. "Dort steht, dass sich SPD und CDU zu einer Sanierung und anschließenden Weiternutzung als Kongressstandort bekennen. Dazu stehen wir als CDU-Fraktion." Melzer verlangte ein verlässliches Planungskonzept, in welchem Zeitraum und zu welchen Kosten das ICC ertüchtigt werden soll.

(sco)
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