Innensenator über Integration

"Es gibt Probleme, weil sich die Türkei einmischt"

Die Politik der türkischen Regierung erschwert nach Ansicht von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Integration türkischer Einwanderer in Deutschland. Indem sich der türkische Staat einmische, entstünden in Deutschland Probleme bei der Integration von Zuwanderern, sagte Körting Morgenpost Online.

Foto: Amin Akhtar

"Wir haben in Teilbereichen der Integration ein Problem, weil sich der türkische Staat noch immer politisch verantwortlich für die Türken in Deutschland fühlt und sich einmischt", sagte Körting Morgenpost Online. Das sei nicht nur kultureller, sondern auch politischer Natur.

Als Beispiel nannte der Innensenator den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan im Februar 2008 in Ludwigshafen. Erdogan war dort aufgetreten, nachdem bei einem Feuer neun Menschen türkischer Herkunft gestorben waren. Auch Erdogans Rede in Köln vor 20.000 Landsleuten sei nicht hilfreich gewesen, sagte Körting: "Der türkische Staat begreift die Auswanderer noch immer als Bürger seines Landes. Das geht nicht." Viele Türken hätten sich längst in die deutsche Gesellschaft integriert, sagte Körting und verwies darauf, dass etwa 80.000 Türken in Berlin eingebürgert sind, aber 140.000 Berliner einen türkischen Pass haben.

Körting reagierte mit seinen Äußerungen auf die Debatte zur Integration in Berlin. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will das Thema 2010 zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Berlins CDU-Vize Thomas Heilmann wiederum hatte eine Zuzugssperre für Ausländer gefordert.

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