Mietspiegel

Wowereit hält höhere Mieten für ein gutes Zeichen

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sieht in den steigenden Wohnungsmieten in Berlin kein Problem: Dieser Trend zeige die größere Kaufkraft in der Stadt. Letztendlich müsse man sich generell darauf einstellen, dass in Berlin vieles teurer werde.

Foto: picture-alliance/ ZB / picture-alliance/ ZB/dpa

Die steigenden Wohnungsmieten in Berlin spiegeln nach Ansicht des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) auch den wachsenden Wohlstand in der Stadt wider. "Steigende Mieten sind kein Problem, wenn die Einkommen parallel steigen", sagte Wowereit am Freitag bei einem Diskussionsforum der Berliner Wirtschaftsverbände IHK und VBKI.

"Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Berlin in vielen Bereichen teurer wird", fügte er hinzu. Wowereit nannte es einen "alten Reflex", wenn steigende Mieten als Malaise bezeichnet würden. Klar sei aber auch die sozialpolitische Verantwortung dafür, dass Mieten insgesamt bezahlbar blieben.

Eine aktuelle Erhebung der Mietpreise in Berlin zeigt eine deutliche Erhöhung in den vergangenen drei Jahren. Dabei geht die Entwicklung in den einzelnen Bezirken weit auseinander. Nach einem Bericht von Morgenpost Online sind die Mieten bei Neuverträgen binnen drei Jahren durchschnittlich um 12 Prozent auf 6,10 Euro pro Quadratmeter gestiegen, bei laufenden Verträgen um 5,5 Prozent auf 4,90 Euro. Diese Werte hat das Hamburger Institut F+B errechnet, dass mit seinen Daten die Grundlage für den neuen Mietspiegel liefert, der im Mai veröffentlicht wird.

Die Mieten der Metropolen Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main liegen aber weit über Berliner Niveau. Zum Vergleich: In Hamburg zahlt man bei Neuvermietung im Durchschnitt 8,80 Euro, die Bestandsmieten liegen bei 7,20 Euro. München ist Spitzenreiter mit 11,60 Euro bei neuen Verträgen und 9,90 Euro bei bestehenden Kontrakten.

Beherrschten in Berlin die grünen Villenviertel von Dahlem, Frohnau, Niederschönhausen und Grünau jahrelang die Bestenlisten der bei Käufern und Mietern gleichermaßen beliebten Wohnortlagen, hat sich das zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer gründlich geändert. Wohnungssuchende bevorzugen heute die Innenstadtlagen von Alt-Mitte, Kreuzberg und Prenzlauer Berg.

In den beliebtesten Straßen stiegen die Mieten dort bei Neuabschlüssen innerhalb von drei Jahren um 18 bis 22 Prozent auf 8,20 bis 10 Euro. Auch Kreuzberg und Prenzlauer Berg liegen der Studie zufolge deutlich über dem Durchschnitt.

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