Kirsten Heisig

Polizei durchkämmt Waldstück nach Richterin

Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst. Die Polizei sucht derzeit in einem Waldstück in Heiligensee nach der Frau, die seit Montag verschwunden ist.

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Do, 01.07.2010, 12.45 Uhr

Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst: Die Polizei sucht derzeit in einem Waldstück in Heiligensee nach der Frau, die seit Montag verschwunden ist.

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Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist spurlos verschwunden. Seit Mittwoch sucht die Berliner Polizei nach ihr. Rund 60 Beamte und eine Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes haben bereits ein Waldstück in Heiligensee durchkämmt. Dabei kam am Mittwoch auch ein Hubschrauber zum Einsatz. Ab Mittag wurde die Suche fortgesetzt - bisher erfolglos.

Heisig wird seit Montag vermisst. Die Richterin war an diesem Tag nicht zum Dienst erschienen. Am Mittwoch ging eine Vermisstenmeldung, offenbar von Kollegen am Amtsgericht Tiergarten, an die Polizei. Seitdem wird die 48-Jährige gesucht. Sie soll zwei Töchter haben, mit einem Oberstaatsanwalt verheiratet sein und sich nach Informationen von Morgenpost Online zurzeit im Trennungsjahr befinden.

Bereits am Mittwoch durchkämmten Polizisten ein Waldstück an der Heiligenseestraße Ecke Elchdamm im Berliner Bezirk Reinickendorf. Zuvor war das Auto von Kirsten Heisig, ein Mazda, an der Heiligenseestraße Ecke An der Schneise gefunden worden - der Wagen war normal geparkt, insofern erscheint es unwahrscheinlich, dass er gestohlen wurde. Die Suchaktion auf dem zwei Hektar großen, bewaldeten Areal begann am Mittwochabend gegen 18 Uhr und dauerte bis gegen 3 Uhr am Donnerstagmorgen an.

Die Ermittlungen hat beim LKA die Abteilung 124 übernommen. Sie ist zuständig für Delikte am Menschen, bearbeitet aber auch Vermisstensachen.

Nach Angaben von Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) gibt bisher keine Anzeichen für eine Straftat. "Bisher liegen uns solche Hinweise nicht vor", sagte die Politikerin am Donnerstag am Rande der Sitzung des Abgeordnetenhauses. Sie könne das aber nur unter Vorbehalt sagen. Vermutet werde ein persönlicher Hintergrund. "Ich hoffe sehr, dass Frau Heisig unversehrt gefunden wird", betonte von der Aue. "Ich schätze sie außerordentlich. Sie ist eine sehr engagierte Richterin."

Nach ersten Meldungen soll Heisig noch am Dienstag in einem Einkaufszentrum gesehen worden sein: Die "Nordmeile" befindet sich nahe des S-Bahnhofs Waidmannslust, rund sieben Kilometer entfernt von dem Ort, an dem nun nach der Juristin gesucht wird.

Heisig wurde bekannt durch das von ihr initiierte, inzwischen in ganz Berlin eingeführte "Neuköllner Modell". Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht arbeiten eng zusammen, um Straftaten vor allem jugendlicher Täter schnell ahnden zu können. Vordergründig geht es nicht um Strafen, sondern um eine erzieherische Wirkung.

Ziel des ist eine möglichst rasche Gerichtsverhandlung als staatliche Reaktion auf Straftaten von Jugendlichen, die von einer kriminellen Entwicklung bedroht erscheinen. Es wird angewendet, wenn sie Straftaten begehen, für deren Ahndung maximal ein Arrest von vier Wochen in Betracht kommt. Die Gerichtsverhandlung soll innerhalb von drei bis fünf Wochen nach der Tat stattfinden.

Dieses vereinfachte Jugendstrafrecht wird nicht bei jugendlichen "Intensiv-und/oder Schwellentäter" angewendet, wenn bei schwerwiegenderen Straftaten strengere Konsequenzen wie längere Jugend-Haftstrafen zu erwarten sind. Als Intensivtäter gilt, wer mit mindestens zehn Straftaten innerhalb eines Jahres registriert wird.

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