Berliner Kliniken

Krankenhaus Auguste Viktoria steht auf der Kippe

Nach einem neuen Gutachten hat der Standort Benjamin Franklin mit einem Defizit von 12,5 Millionen Euro am stärksten zum Minus der Berliner Universitätsmedizin beigetragen. Dennoch bliebe das Haus im Falle von Kürzungen bestehen. Stattdessen würde das profitable Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Schöneberg geopfert.

Das Schöneberger Auguste-Viktoria-Krankenhaus (AVK) steht auf der Kippe. Und das, obwohl es Gewinn macht. Das geht aus einem Gutachten hervor, das dem Senat seit Mittwoch vorliegt. Danach hat das Steglitzer Universitätsklinikum Benjamin Franklin (CBF) der Charité im vergangenen Jahr ein Minus von 12,5 Millionen Euro gemacht und damit den Großteil des Defizits der Berliner Universitätsklinik von insgesamt 19,5 Millionen Euro im Jahr 2009 verursacht.

Die Expertise wurde auf Geheiß einer Senatorenarbeitsgruppe von den beiden landeseigenen Klinikkonzernen Vivantes und Charité in Auftrag gegeben. Ziel des Gutachtens sollte sein, die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen zu prüfen, die eine Kooperation von Charité und Vivantes im Südwesten der Stadt hätte.

Die zwei Hauptmodelle: Das AVK des Vivantes-Konzerns wird geschlossen und das Benjamin Franklin bleibt bei der Charité. Das zweite Modell sieht ebenfalls vor, dass das AVK geschlossen wird. Aber das Benjamin Franklin soll durch Vivantes betrieben werden und die Charité verlegt ihre Kapazitäten von Steglitz an andere Standorte, beispielsweise nach Mitte.

Wenngleich die Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass das Schöneberger 480-Betten-Klinikum AVK profitabel ist und im vergangenen Jahr 6,8 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet hat, ist es in jedem Fall der Schließungskandidat.

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