Zu wenig Patienten

Berlin wirft Schweinegrippe-Impfstoff auf den Müll

In Berlin landen viele ungebrauchte Packungen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix im Müll. Dies hat die Gesundheitsverwaltung bestätigt. Für die bislang weggeworfenen Impfdosen muss das Land bereits einen hohen fünfstelligen Betrag zahlen.

Foto: dpa / dpa/DPA

In Berlin sind Impfdosen des Schweinegrippe-Mittels Pandemrix im Wert von 90.000 Euro abgelaufen. Das geht aus der Antwort der Senatsgesundheitsverwaltung auf eine Parlamentsanfrage des CDU-Abgeordneten Mario Czaja hervor. Rund 10.700 Impfdosen seien bisher im Müll gelandet, da die Haltbarkeit des Wirkstoffs abgelaufen war. Nach Öffnen eines Zehnerpacks Pandemrix muss das Serum binnen 24 Stunden gespritzt werden, sonst wird es unbrauchbar. Ungeöffnet ist der Impfstoff zwei Jahre haltbar. Für die weggeworfenen Dosen bezahlt das Land Berlin.

Seit dem Start der Massen-Immunisierung im November 2009 haben sich nur 128.000 Berliner gegen das H1N1-Virus impfen lassen. Ausgeliefert wurden rund 245.000 Dosen. "Die Anzahl der verbrauchten Impfdosen und die Auslieferungen sind stark abnehmend", sagt Benjamin-Immanuel Hoff, Staatssekretär der Gesundheitsverwaltung.

Ursprünglich sollte Berlin zwei Millionen Impfdosen bekommen. Das Land verhandelte erneut mit dem Hersteller und soll nun nur die Hälfte der gelieferten Dosen abnehmen. Dennoch bleibt Berlin auf einem Großteil des bestellten Vorrats sitzen. Wird das Serum nicht gespritzt, entstehen dem Land Kosten in Höhe von etwa 13 Millionen Euro.

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