17.06.12

Abiturienten 2012

Zwischen Rockstar und Familie

Vier Abiturienten des aktuellen Berliner Jahrgangs 2012 erzählen von der Schulzeit und ihren Plänen. In die Zukunft blicken sie voller Optimismus.

Foto: Christian Kielmann
Netz der Träume – vier Abiturienten der Merian-Gesamtschule (v.l.n.r.): Duc Scheel, Vanessa Pfarr. Dominik Schwartz und Franziska Nowakowski
Netz der Träume – vier Abiturienten der Merian-Gesamtschule (v.l.n.r.): Duc Scheel, Vanessa Pfarr. Dominik Schwartz und Franziska Nowakowski

Nachdem auch die letzten anstrengenden Schulwochen vorbei sind, steht für die Berliner Abiturienten fest: Die Prüfungen sind geschrieben, das Abitur ist in der Tasche und die Schulzeit ist nun endgültig vorbei! Während man nun gerade dabei ist, den Abiturstress abzuschütteln und den Kopf frei zu bekommen, stellt sich für die meisten die nun eigentlich viel bedeutendere Frage: Was mache ich nach dem Abitur?

Ob Studium, Ausbildung oder Auslandsjahr – mit der allgemeinen Hochschulreife stehen den Abiturienten nun ganz viele Türen offen. "Für mich stand sofort fest, dass ich nicht direkt nach der Schule studieren will", sagt Duc Scheel, "ich plane zuerst ein einjähriges Auslandsjahr mit Work and Travel in Neuseeland, für das Studieren ist nächstes Jahr immer noch Zeit". Nach dem Auslandsaufenthalt möchte der physikbegeisterte18-Jährige ein duales Studium in Elektrotechnik und Kommunikationstechnik bei Siemens beginnen.

Neben Duc müssen sich auch seine mehr als 100 Jahrgangs-Mitschüler der Merian-Gesamtschule entscheiden, welchen Weg sie nun für die Zukunft einschlagen möchten. Auch sein Mitschüler Dominik Schwartz (19) möchte bei Siemens in der Ingenieursbranche Fuß fassen. "Mathe und Physik waren schon immer meine Lieblingsfächer. Der Vorschlag kam von einem Bekannten, der ebenfalls in diesem Bereich tätig ist. Ich fand das Angebot ansprechend und werde mich deshalb auch gleich dieses Jahr um einen Studienplatz bewerben".

Ingenieursstudium und Musik – die perfekte Mischung

Duc und Dominik sind neben ihrem Interesse an Naturwissenschaft auch leidenschaftliche Musiker. Während Duc sich eher im Hip-Hop und Beatbox-Genre zu Hause fühlt, schlägt Dominiks Herz für Heavy Metal und sein Schlagzeug. So sehr, dass er einen festen Vorsatz gefasst hat: "Sollte sich eine Möglichkeit auf eine Musikkarriere bieten, werde ich diesen Weg gehen. Die Musik geht vor!" Aber auch Duc hegt neben dem Studium musikalische Pläne. "Mein größter Traum wäre es, in zwei bis drei Jahren das erste Mal etwas von mir zu veröffentlichen." Ingenieursstudium und Musik – für ihn ist das die perfekte Mischung.

Und auch Vanessa Pfarr hat ihre Zukunft schon fest vor Augen. In 20 Jahren sieht sie sich als Karrierefrau, "die weiß, was sie will". Studieren möchte die 19-Jährige die Diagnostik und Therapie von Sprachstörungen. "Meine Mutter wollte immer, dass ich Lehrerin werde, doch ich möchte meinen ganz eigenen Weg gehen. Zunächst wollte ich Medizin oder Psychologie studieren, habe mich dann jedoch für Patholinguistik entschieden, welches eine perfekte Mischung aus den beiden Fächern darstellt".

Franziska Nowakowski beginnt dieses Jahr ein Studium bei der Deutschen Rentenversicherung in Berlin. "Zunächst war das Studium in Bereich Sozialversicherungen mein Plan B, hat sich jedoch im Laufe der Zeit zu Plan A entwickelt. Ich freue mich sehr auf mein Studium."

Die 20-jährige kann es entspannt angehen lassen, denn im Gegensatz zu vielen ihrer Mitschüler hat sie hat schon ihren Studienplatz schon in der Tasche. Im Herbst geht es los. Ihren Weg hat Franziska schon sehr genau abgesteckt. Gehen will sie ihn "mit Ehemann, solidem Job und süßen Kindern."

Doppelter Jahrgang verschärft die Konkurrenz

Vanessa, Duc und Dominik müssen erst noch eine zusätzliche Hürde meistern, denn der diesjährige doppelte Abiturjahrgang verschärft die Konkurrenzsituation. Doch Sorgen machen sie sich deshalb nicht. "Der Doppeljahrgang ist keine Gefahr für uns. Siemens sucht immer viele neue Mitarbeiter und hat dementsprechend viele freie Stellen", sagen Dominik und Duc voller Selbstbewusstsein. Vanessa ergänzt: "Es kommt auf die persönlichen Leistungen an, ob man einen Studienplatz bekommt oder nicht."

Trotz der Vorfreude auf das, was die Zukunft bringen mag, schaut das Quartett ein wenig wehmütig auf die nun abrupt zu Ende gegangene Schulzeit zurück. "Mir werden vor allem die Hilfsbereitschaft untereinander und das Gemeinschaftsgefühl fehlen. Ich bin gerne zur Schule gegangen", sagt Dominik. Franziska fügt hinzu: "Wenn man zur Schule gehen muss, ist es lästig und nervig, doch wenn die Schulzeit dann vorbei ist, fehlt sie einem schon ein bisschen."

Dafür hat das Quartett für die nachfolgenden Jahrgänge einige gute Tipps parat, wie man die fordernde Abiturzeit am besten übersteht. Für Vanessa war vor allem die Leistungskurswahl wichtig: "Das sind die Fächer, die man am häufigsten in der Woche hat und in die man am meisten Zeit investieren muss. Man sollte sich da gut überlegen, was man nimmt." Dominik ergänzt: "Schule muss eine Mischung aus Lernen und Spaß sein. Nur wenn das Gleichgewicht stimmt, hat man Freude daran, zur Schule zu gehen". Duc hat da einen ganz eigenen Rat für die zukünftigen Abiturienten parat. Mit einem Lachen sagt er: "Tut das, was ich nie gemacht habe: lernen."

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