Veranstalter fehlt

Die Frist für das Myfest in Kreuzberg läuft ab

Das Straßenfest am 1. Mai in Kreuzberg drängte die Krawallmacher an den Rand. Nun droht das Myfest Opfer der eigenen Beliebtheit zu werden.

Bunte Luftballons und zahlreiche Besucher sind am 1. Mai 2015 beim Myfest in Kreuzberg zu sehen

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Bunte Luftballons und zahlreiche Besucher sind am 1. Mai 2015 beim Myfest in Kreuzberg zu sehen

Drei Monate vor dem 1. Mai ist die Zukunft des Myfests in Kreuzberg weiterhin ungewiss. Aus aktueller Sicht gebe es viele Fragezeichen, die Situation sei "völlig unklar", sagte ein Sprecher der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). Bisher gebe es keinen Veranstalter. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg werde nicht als Großveranstalter des Straßenfestes auftreten. Zugleich akzeptiert die Polizei keine Anmeldung als politische Versammlung.

Gespräche laufen – trotz aller Unklarheiten

Bis Mitte Februar muss eine Lösung gefunden werden, weil das Ordnungsamt des Bezirks dann Fakten auf dem Tisch haben will. Derzeit ist auch der Senat oder eine untergeordnete Landesbehörde als möglicher Veranstalter des Myfests im Gespräch. Trotz aller Unklarheiten gebe es Gespräche zwischen Feuerwehr, Polizei, Bezirk, Wachschutz und Myfest-Organisatoren, um Fragen "zur Sicherheits- und Festarchitektur zu klären, damit eine Durchführung am Ende nicht an zu lösenden Einzelfragen scheitert", wie Herrmanns Büroleiter Jörg Flähmig sagte. Ein Veranstalter, ob nun Land, Bezirk oder ein Privatmann, müsste zur Sicherheit möglicherweise mehr Wachleute einsetzen, Absperrungen und Zugänge aufbauen sowie diese auch kontrollieren, um das Gedränge im Griff zu behalten.

Das Myfest wurde seit 2003 veranstaltet, um die Krawalle von Linksautonomen und Randalierern am 1. Mai einzudämmen. Ursprünglich sollten einfach die Oranienstraße und der Mariannenplatz mit einem Straßenfest belegt werden, um die linksradikale Demonstration am Abend des 1. Mai in andere Straßen zu verdrängen.

Überfüllte Straße, Gedränge an den Bühnen

Im vergangenen Jahr war das Fest noch überlaufener als in den Vorjahren. Zehntausende überwiegend junge Berliner und Touristen zogen den ganzen Tag durch die überfüllten Straßen. Besonders vor den Bühnen war es zeitweise so eng, dass es später viel Kritik wegen möglicher Gefährdungen gab.

Der Streit drehte sich zuletzt um Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. In den vergangenen Jahren sei man von einer Einordnung als politische Versammlung ausgegangen, für deren Sicherheit die Polizei zuständig sei, hieß es beim Bezirk. Die Polizei und ihre Versammlungsbehörde wollen dagegen immer nur ein normales Straßenfest gesehen haben. Vom Bezirk sei in den vergangenen Jahren eine Anmeldung einer "politischen Veranstaltung" und keiner "Versammlung" gekommen, sagte ein Sprecher.

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