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30.04.11

"Wir bleiben alle"

1. Mai - Erste Demonstration verläuft konfliktlos

Tausende Polizisten sind wegen befürchteter Randale im Einsatz. Doch bis zum frühen Abend blieb es weitgehend friedlich in Berlin. Auch die erste große Demonstration linker Gruppen verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle.

AFP

Das 1.-Mai-Wochenende hat ruhig in Berlin begonnen. Tausende Polizisten standen bereit - blieben aber am Sonnabend von harten Einsätzen verschont.

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Berlin ist weitgehend friedlich in das 1.-Mai-Wochenende gestartet. Auch bei der ersten Bewährungsprobe für die Polizei, einer Demonstration linker Gruppen durch Mitte und Prenzlauer Berg, kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Unter dem Motto „Wir bleiben alle“ zogen am späten Sonnabendnachmittag nach Polizeiangaben 850 Demonstranten durch die Straßen bis zum U-Bahnhof Eberswalder Straße.

„Die Stadt als Beute?“, stand auf einem großen Transparent, auf einem anderen „Kapitalismus abschaffen“. In Seitenstraßen rund um den Kollwitzplatz und den Senefelder Platz halten sich Wasserwerfer für den Fall bereit, dass es zu Ausschreitungen kommen sollte. Doch auch kurz nach Ende der Demonstration an der Eberswalder Straße blieben diese aus.

Lediglich auf einem Hausdach an der Kastanienallee wurde ein Feuerwerk gezündet, als die Demonstranten unter dem Motto „Wir bleiben alle“ vorbeizogen. Einige Teilnehmer lieferten sich eine Rangelei mit einem Passanten, der den Aufzug fotografierte.

In der Nacht zum Samstag gab es nur vereinzelte Farbbeutel- und Steinwürfe in der Hauptstadt. Auch eine Feier im Mauerpark verlief ohne größere Zwischenfälle.

Die Berliner Polizei ist „sehr, sehr zufrieden“ mit dem Start des 1.-Mai-Wochenendes in Berlin. Das sagte Polizeisprecher Thomas Goldack am Samstagabend am Rande der Walpurgis-Feier im Mauerpark in der RBB-Abendschau. Schwerpunkt für die rund 3000 Polizisten, die am Samstag im Einsatz waren, seien der Prenzlauer Berg und auch schon Kreuzberg, wo am Sonntag wieder mit den traditionellen Krawallen gerechnet wird.

Am 1. Mai werden dann etwa 6000 Beamte aus mehreren Bundesländern im Einsatz sein, um Ausschreitungen zu verhindern. Die Zeichen seien auf Kooperation gestellt, sagte Goldack. Wenn sich die Situation zuspitze, greife die Polizei aber konsequent ein.

Ausschreitungen wurden auch bei einem Straßenfest am Wismarplatz in Friedrichshain befürchtet. Anders als in vielen Jahren zuvor hatte Berlin im vergangenen Jahr eine relativ friedliche Walpurgisnacht erlebt. Mit Gewaltausbrüchen wird allerdings spätestens am Abend des 1. Mai in Kreuzberg oder Neukölln gerechnet.

In der Nacht zum Samstag hatte es in Berlin nur vereinzelte Sachbeschädigungen gegeben. So wurde zum zweiten Mal binnen weniger Tage eine Filiale der Arbeitsagentur attackiert. Drei Täter warfen Farbbeutel gegen das Jobcenter an der Weddinger Müllerstraße. In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße wurden gegen Mitternacht die Reifen eines Kleinwagens angezündet. Wenige Stunden zuvor war im Stadtteil Oberschöneweide die Heckscheibe eines Telekom-Autos mit einem Pflasterstein eingeworfen worden.

Auch im Mauerpark, wo sich bis zu 3000 Menschen versammelt hatten, musste die Polizei nur vereinzelt eingreifen. Insgesamt erteilten die Beamten 70 Platzverweise, nachdem immer wieder Lagerfeuer und Feuerwerkskörper entzündet wurden. In den vergangenen Jahren war der Mauerpark oftmals der Startpunkt für die traditionellen Maikrawalle.

Quelle: dpa/plet/ap/toto
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