Randale mit Tradition
Körting – 1. Mai nur noch zum "Sau rauslassen" da
Alle Jahre wieder: Was einst als politischer Protest begann, ist längst nur noch eine "unsägliche Tradition" der Gewalteskalation. Nach Ansicht von Berlins Innensenator Ehrhart Körting haben die wiederkehrenden Krawalle am 1. Mai nichts mit politischer Aussage zu tun.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) spricht den wiederkehrenden Krawallen am 1. Mai einen politischen Hintergrund ab. Seit fast 30 Jahren gebe es in Berlin eine „unsägliche Tradition“ von gewalttätigen Auseinandersetzungen am 1. Mai, sagte Körting der „Bild“-Zeitung. Am Anfang seien das politische Proteste gewesen. In den vergangenen Jahren sei das Ganze aber „zu einem Gewalt-Ritual verkommen“. „Manche scheinen zu glauben, sie könnten an dem Tag mal so richtig 'die Sau rauslassen', als wäre da alles erlaubt.“
Eine Prognose zum Verlauf der Veranstaltungen und Demonstrationen rund um den Tag der Arbeit will Körting nicht abgeben. Er halte nicht viel von „Kaffeesatzleserei“. Nach Informationen der Sicherheitsbehörden sei die Mobilisierung nicht stärker als in den vergangenen Jahren ausgeprägt. Und verbrecherische Anschläge auf Menschen wie kürzlich der Brandanschlag auf einen Polizeiabschnitt seien auch in der linksextremistischen Szene „nicht wirklich vermittelbar“.
Nach den Worten des Innensenators muss Berlin aber am Tag der Arbeit auf alles vorbereitet sein. Es würden über 5000 Polizisten in der ganzen Stadt eingesetzt. Dabei werde weiter auf die bisherige Doppelstrategie gesetzt. Die Polizei rede so lange mit den Demonstranten, wie Kommunikation möglich sei. Erst wenn das nicht mehr gehe, schreite die Polizei „mit aller Konsequenz und Härte ein“.
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